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 Die Anfänge

Wir schreiben das Jahr 2003. Eine kleine Gruppe von Alteisenfahrern macht sich auf, um in die erdrückende Übermacht von Plastikbomberfahrern einzubrechen und um ihnen zu beweisen, dass Alteisen noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Angespornt durch meinen Clubkollegen Olaf Täubner, den ich im Jahr zuvor in Oschersleben " allein unter Plastik" wie er immer zu sagen pflegt, beobachtet habe, steht mein Entschluß fest. Das mache ich auch! Sieht doch auch gar nicht mal so schnell aus, was die Jungs da machen. Dachte ich jedenfalls, so von weitem! 

Als Fahrzeug hatte ich mir ursprünglich meine 500er Rau Honda vorgestellt und auch bei einem kleinen Kurventraining auf dem Heidbergring in Geesthacht schon getestet. Mit knapp über 60 PS am Hinterrad und 170 kg Leergewicht ist das schon ein spaßiges Fahrzeug.

Aber ich wollte mehr und vor allem nicht die doch recht seltene Rau bei einem eventuellen Sturz zerstören. Aber was nehme ich nur? 750er K1 natürlich viel zu schade, F1 zu schwer und keine Bodenfreiheit. Träume kommen in mir hoch von einer 750er im Werksrenner-Outfit, naja träumen darf man ja mal.

Noch drei Wochen bis zum Renntraining und immer noch kein Motorrad. Also mal eben was zusammen-bauen. Rahmen, Gabel, Kastenschwinge, Tank und alte Sitzbank vom Boden geholt und zusammen-gesteckt. Und da war doch noch der 820er Scheibel-Motor in irgendeiner Ecke, mal suchen.

Das Ergebnis sah doch schon recht abendteuerlich aus, aber es fuhr und das nicht gerade langsam. Alles ab was man nicht unbedingt zum Fahren braucht, einmal mit der Sprühdose über den Tank und gut ist.

 

 Heidbergring Kurventraining

Das Renntraining hat unwahrscheinlich viel Spaß gemacht und ich habe schnell gemerkt, daß es nur von außen, von weit weg so langsam aussieht. Man ist schon ganz schön am Kämpfen auf der Strecke, aber ich glaube das macht den Spaß aus.

Das ganze Drumherum macht einen einfach schnell süchtig. Zusammen mit Clubkollegen den Abend vorher schön grillen und Benzinquatschen, das Gebrüll der Motoren, die Luft, die nach Rennölen und Gummiabrieb riecht und auf der Strecke seine Grenzen ausloten. 

 

 

Dort auf der Rennstrecke habe ich erst richtig Motorradfahren gelernt und mehr Sicherheit für den normalen Strassenverkehr hinzu gewonnen.

Für 2004 wurden dann gleich mal andere Ziele gesteckt. Erst einmal ein besseres Motorrad und dann mehr Trainings fahren.

Also wurde den ganzen Winter über eine 750er aufgebaut mit Verkleidung, Renntank, Rennhöcker und noch mehr Bodenfreiheit. Und diesmal auch mit richtigem Lack drauf. Insgesamt fand ich sie auch sehr gelungen.

Gehalten hat sie genau 8 Runden, bevor mir der Ölfilter aus dem Motorblock ausgebrochen ist und ich auf gerader Strecke ins Schleudern kam. Seit dem nie wieder Ölkühleranschlüsse hinter dem Ölfilter, der letzte Schei.... . Einem Bekannten ist genau das Gleiche passiert, allerdings nicht während der Fahrt, sondern nach einem Ölwechsel, beim Festziehen des Filtergehäuses.

Naja, ein gebrochenes Schlüsselbein und ein komplett zerstörtes Motorrad haben die Saison 2004 also sehr schnell beendet.

Aber man soll sich ja nicht unterkriegen lassen und bei einem Fahrtraining auf dem Contidrom in Hannover habe ich wieder Blut geleckt. Zu der Zeit hatte ich gerade meine 750er Rau im Aufbau, die dann auch gleich mit ordendlich Leistung und guten Bremsen versehen wurde.

 

 

Es folgten Trainings und Rennen in Oschersleben und Hildesheim auf der Technorama und die Rau lief immer super.

Bei den Filmaufnahmen zum CB 750 Four Film in Oschersleben im September 2006 habe ich dann das erste Mal eine CR 750 gehört und gesehen und für mich stand sofort fest: Sowas will ich auch haben.

Den Winter über Teile gesammelt und Infos zusammengetragen, konnte es dann im Januar losgehen mit dem Aufbau. Im März stand sie dann in Dortmund auf der Motorradmesse auf unserem Clubstand. Mein anfänglicher Traum war nun doch wahr geworden.

Die Alteisen-Renntrainings haben sich super entwickelt, teilweise an die 120 Fahrzeuge in eigenen Gruppen, getrennt von den Plastikbombern.

In Spa bei den Bikers Classic Days fahren fast 800 Starter mit sagenhaften Maschinen durch eine tolle Ardennenlandschaft auf einem traditionsreichen Kurs auf den Spuren von Hailwood, Redmann, Ago und Co.